Abraham a Sancta Clara (1644 - 1709)
- die Predigerlegende aus Kreenheinstetten
Ihr, die ihr sitzt auf Hoheits-Kissen 

Behaltet unter euren Füßen
Als Schemel den verachten Stolz;
Schreibt in das Herz der Demut Lehre:
Es bleibt vom Sessel schöner Ehre
Nichts übrig als zum Sarg das Holz.
(Abraham a. St. C., Etwas für alle, LIII)
Wenn von Kreenheinstetten auf dem Heuberg die Rede ist, heißt es meist: "da, wo Abraham a Sancta Clara geboren ist...!"
Auch sein Geburtshaus in Kreenheinstetten, das "Gasthaus zur Traube" - damals wie heute eine beliebte Dorfwirtschaft - kennen viele. Ebenso viele sind dort natürlich schon eingekehrt.
Pater Abraham ist heute noch bekannt. Seine Predigten und Verse haben Berühmtheit erlangt.
Er war schon zu Lebzeiten ein „Bestseller“: Predigerkollegen nutzten seine Bücher als Materialsammlung.
Auch Goethe und Schiller kannten später natürlich seine Schriften und schätzten seine Sprachgewalt. Schiller setzte ihm ein literarisches Denkmal in seinem Drama „Wallensteins Lager“.
Der Philosoph Martin Heidegger sprach und veröffentlichte über den Augustinerpater aus Kreenheinstetten, heute ein Ortsteil der Gemeinde Leibertingen im „badischen Geniewinkel“ bei Meßkirch.
Der Prediger- und Schriftstellermönch Pater Abraham ist ein typischer Vertreter der Barockzeit. Verspielt und bilderreicht wie die Kirchen dieser Kultur-Epoche ist seine Ausdrucksweise. Besonders zeichnete ihn aus, dass er mit meisterhaftem Sprachwitz unbequeme Wahrheiten servierte, die auch heute noch hoch aktuell sind.